Es sind die Pausen. Einmal an einem Atelier-Apéro erzählte ein Designer wie er von einem Kunden gefragt wurde, woher er all seine Inspiration nähme. Er erwiderte: von möglichst vielen Pausen.
Mäni und ich sind nun schon über die Hälfte meines Lebens zusammen. Blicke ich auf dieses Zusammen zurück, bin ich dankbar, dass wir irgendwie immer wieder zueinander finden. Da sassen wir uns schon einige Male bei einer Pause im Restaurant oder vor einem Schälchen Take away im Wohnzimmer am Boden vis-à-vis oder im Auto nebeneinander wenns zu zweit ein paar Tage weg ging und schwiegen uns an.



In dieser Zeit des Schweigens geschieht vieles. Man überlegt, ob man nichts vergessen hat, ob man die Tür abgeschlossen hat oder nicht (kam auch schon vor), ob es den Menschenskindern gut geht, wie's eigentlich mir geht und wie es um uns steht. Fühlen wir? Mögen wir uns noch? Ich mochte diese Zeit des Schweigens irgendwie nicht, und doch gehörte sie zum Ankommen – zu uns und zu uns selbst. Als hätte jemand die Musik leiser gedreht – und plötzlich waren wir wieder da. Hörten uns.
Es braucht Stille, um sich wieder zu hören.
So haben wir uns vor zwei (oder warens inzwischen drei?) Wochen wieder gehört. Nach dem Anschweigen ;). Sassen uns erneut nebeneinander. Schwiegen. Hingen unseren Gedanken nach. Ich musste plötzlich Schmunzeln, weil wenn man hin und wieder miteinander wegfährt, fühlt sich dieses Schweigen nicht mehr so beunruhigend an. Es ist normal. Und: es ist ok.
Auf welchem Weg man sich gut Anschweigen und wo gut Ankommen kann, erzähle ich dir nachfolgend gerne.
Wir fuhren in die Vogesen. Breitenbach. Über Social Media wurde ich auf diese Schmuckperle an Hotel aufmerksam.

48° NORD LANDSCAPE HOTEL
Das 48° NORD Landscape Hotel ist ein Ort der Zeit und des bewussten Innehaltens. Das Hotel eingebettet von zwei Hektar unberührter Natur vereint Kultur und Leidenschaft. Die Verbindung von Dänemark und Elass. Von Natur und Architektur. Mitten im Grünen stehen 14 Hytten, welche modernes Design und schlichte Ästhetik in Einklang bringen und sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Ein Ort zum Abschalten, zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu tanken. Stille für Körper und Geist auf Höhe der Baumwipfel.





Es gibt vier verschiedene Hytten-Typen unterteilt mit ein, zwei oder drei Ebenen und einige sogar mit Hotpot oder/und Sauna und entführen in eine klare, von skandinavischem Stil geprägte Atmosphäre. Wir buchten eine Hytte mit einem Hotpot und würden dies wieder so buchen.
Ausserdem gibt es einen Wellnessbereich vorne beim Haupthaus. Ebenfalls mit Hotpot, Sauna, Duschen und Ruheraum, welcher für eine Stunde pro Tag kostenlos dazu gebucht werden kann.



NYD - Das Restaurant
Leider leider hat das hochgelobte Restaurant NYD jeweils am Sonntag und Montag geschlossen. So organisierten wir uns mit Picknick und Take Away aus der Umgebung. Dabei kann ich euch von Herzen Nymfalavalleedesnems Asia Take Away in Saint-Martin und der Kebab Le Pacha in Villé empfehlen. Zwei so sympathisch geführte und herzliche InhaberInnen.
Und ich finde auch wenn wir gerne in diesem Punkte-Restaurant diniert hätten (was natürlich wiederum schlecht für unser Budget gewesen wäre) so Take Away hat nach wie vor seinen Charme. Und die Vorfreude auf das Morgenessen im Restaurant war umso schöner. Reichhaltig, Regional, Saisonal - alles im Umkreis von 50km - und allerliebst präsentiert. Beim Morgenessen sahen wir die anderen Hytten-Päärchen und ein älteres Paar inspirierte uns. Einfach wie sie miteinander umgingen, sich unterhielten und miteinander unterwegs waren. Das nehmen wir mit.



UMGEBUNG
Die Umgebung ist voller Grün und Wald und wir entschieden uns für eine Mini-Wanderung zu einem Wasserfall. Mitten im Wald dann dieses Schild ;). Den Shop haben wir allerdings nicht gefunden, chchch. Ansonsten verbrachten wir viel Zeit mit Lesen, Sudoku und Hotpötlen und soviel Zeit bleibt ja dann während 72h auch gar nicht wirklich.





SELESTAT
Bevor es Richtung nach Hause ging, legten wir einen Zwischenstopp in Sélestat ein. Klein und fein und cozier als Colmar. Und per Zufall findet am Dienstagvormittag der wöchentliche Markt statt. Ein schöner Markt mit einer schönen Stimmung. Zum Mittagessen kehrten wir im Restaurant L'acoustic (das L'amandier wäre auch schön gewesen, beim reinspähen auf dem Rückweg zum Auto ;) ein. Da gab es ein vegetarisches Mittagsmenu mit Vor-, Haupt- und Nachspeise.



SIDENOTE
Wir buchten die beiden Nächte von Sonntag bis Dienstag, weil es für uns am Wochenende schlicht zu teuer gewesen wäre und ich muss ehrlicherweise sagen, dass wir es für uns persönlich eher am oberen Preislimit empfinden. Auch ist die Privatssphäre nicht bei jeder Hytte gewährleistet - wir hatten aber Nr. 5 - was super war.
Meine Eltern waren so wunderbar und betreuten unsere Menschenskinder mitten im wilden Lebensalltag mit Schule, Hobbys und allem. Sie wohnten für diese Zeit bei uns samt Hund, Finken und Zahnbürste. Diese Flexibilität nehme ich mir fest zu Herzen und wir sind unglaublich dankbar dafür.
Ich komme zum Schluss - es sind die Pausen, die das Leben lebendiger machen. Sei es für sich selbst, als Paar, als Eltern.


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Dieser Aufenthalt haben wir voll und ganz aus dem eigenen Sack bezahlt. Werbung von Herzen.